Klassische Aioli ist eine cremige Knoblauchcreme aus Ei, Öl, Zitronensaft und Salz, die ich mit dem Stabmixer in etwa zehn Minuten fertig habe. Sie kommt mit sechs Zutaten aus, die fast immer im Haus sind, und schmeckt für mich viel frischer als Aioli aus dem Glas.
Meine erste selbstgemachte klassische Aioli ist mir gründlich misslungen. Es war ein Samstag im vergangenen Juli, die Nachbarn standen schon mit Grillgut vor der Tür, und das gekaufte Glas im Kühlschrank war abgelaufen. Ich habe das Ei direkt aus dem Kühlschrank genommen, und nach ein paar Sekunden hatte ich eine flüssige, gelbliche Suppe im Becher.
Beim zweiten Versuch mit einem zimmerwarmen Ei stand die Creme sofort, und meine Nachbarin hat sich das Rezept noch am selben Abend abfotografiert. Seitdem lege ich das Ei immer eine halbe Stunde vorher auf die Arbeitsplatte. So gelingt mir die klassische Aioli jedes Mal, und genau so zeige ich sie dir hier.
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Zutaten für klassische Aioli
Für meine klassische Aioli brauchst du nur das, was in fast jeder Küche steht. Das nehme ich dafür, und ein paar Alternativen, die genauso gut funktionieren, falls dir eine Zutat gerade fehlt.
Ursprünglich wurde Aioli in Südfrankreich und Katalonien nur aus Knoblauch und Olivenöl im Mörser gerührt. Meine Version mit ganzem Ei ist eng mit einer selbstgemachten Mayonnaise verwandt und gelingt im Stabmixer viel zuverlässiger.
- 250 g Sonnenblumenöl (alternativ mildes Olivenöl). Mein Tipp: Reines natives Olivenöl extra wird im Stabmixer oft bitter, deshalb mische ich es höchstens zur Hälfte mit Sonnenblumenöl.
- 1-2 Knoblauchzehen (nach Geschmack, geschält)
- 1 Ei (zimmerwarm, möglichst frisch). Aus meiner Erfahrung ist ein kaltes Ei der häufigste Grund, warum Aioli nicht bindet.
- 1 TL Zitronensaft (alternativ Weißweinessig oder heller Essig)
- ½ TL Salz
- 1 Prise Pfeffer
Allergene: Enthält Ei. Wenn du Weißweinessig statt Zitronensaft nimmst, kann die Aioli außerdem Sulfite enthalten.
Zubereitung Schritt für Schritt
Meine bewährte Methode ist der Stabmixer im hohen Becher. Damit brauchst du das Öl nicht tröpfchenweise einzugießen, und die Creme wird in wenigen Sekunden fest.
Schritt 1: Nimm das Ei etwa 30 Minuten vorher aus dem Kühlschrank. Wiege das Öl ab und stell es bereit.
Schritt 2: Schäle den Knoblauch und drück ihn durch die Presse oder hacke ihn sehr fein. Große Stücke bleiben später als scharfe Brocken in der Aioli.
Schritt 3: Schlag das Ei in einen hohen, schmalen Rührbecher, der nur knapp breiter als der Mixfuß ist. Gib Knoblauch, Zitronensaft, Salz und Pfeffer dazu und gieß das Öl darüber. Lass alles kurz stehen, damit sich das Ei unten absetzt.
Schritt 4: Stell den Stabmixer ganz auf den Boden des Bechers und schalte ihn auf höchster Stufe ein. Halte ihn etwa 10 bis 15 Sekunden unten, bis du siehst, wie sich eine dicke, weiße Creme bildet.
Schritt 5: Zieh den Stabmixer jetzt ganz langsam nach oben, damit er nach und nach das restliche Öl einarbeitet. Nach etwa einer halben Minute ist die Aioli dick, glänzend und hält ihre Form auf dem Löffel.
Schritt 6: Schmeck mit Salz und etwas Zitronensaft ab, füll die Aioli in eine Schüssel und servier sie sofort.
Mein Tipp ohne Stabmixer: Verrühre Ei, Knoblauch, Zitronensaft und Gewürze mit dem Schneebesen. Gib das Öl erst tropfenweise, dann in einem dünnen Strahl dazu und rühr dabei ohne Pause weiter.

Klassische Aioli
Zutaten
Kochutensilien
Methode
- Das Ei etwa 30 Minuten vorher aus dem Kühlschrank nehmen. Das Öl abwiegen und bereitstellen.
- Den Knoblauch schälen und durch die Presse drücken oder sehr fein hacken.
- Ei, Knoblauch, Zitronensaft, Salz und Pfeffer in einen hohen, schmalen Rührbecher geben und das Öl darübergießen. Kurz stehen lassen, damit sich das Ei unten absetzt.
- Den Stabmixer auf den Boden des Bechers stellen, auf höchster Stufe einschalten und 10 bis 15 Sekunden unten halten, bis sich eine dicke, weiße Creme bildet.
- Den Stabmixer langsam nach oben ziehen, bis das ganze Öl eingearbeitet ist und die Aioli dick und glänzend ist.
- Mit Salz und Zitronensaft abschmecken, in eine Schüssel umfüllen und sofort servieren.
Nährwerte
Notizen
Was passt zu klassischer Aioli
Klassische Aioli ist kräftig und cremig, deshalb passt sie am besten zu allem, was knusprig, gegrillt oder etwas trocken ist.
Ofenkartoffeln: Die knusprige Kruste und das weiche Innere nehmen die Knoblauchcreme wunderbar auf. Bei mir gibt es das oft als schnelles Abendessen mit einem grünen Salat. Für Gäste stelle ich noch eine rote Mojo-Sauce daneben, so wie man es von den Kanaren kennt.
Grillgemüse: Zucchini, Paprika und Aubergine haben Röstaromen, die mit dem Knoblauch richtig gut zusammenspielen.
Frisches Baguette: Die einfachste Kombination. Bei Grillabenden steht die Aioli bei mir neben einer Schüssel Tzatziki, und trotzdem ist sie meistens als Erstes leer.
Gegrillter Fisch oder Garnelen: Die Zitronennote in der Aioli passt zu Meeresfrüchten wie in der südfranzösischen Küche.
Burger und Sandwiches: Statt Mayonnaise aufs Brötchen gestrichen, gibt sie jedem Burger mehr Geschmack. Mit einem Löffel grünem Burger-Relish obendrauf mag ich ihn am liebsten.
Aufbewahrung & Serviertipps
Da klassische Aioli mit rohem Ei gemacht wird, esse ich sie am liebsten frisch. Reste bewahre ich abgedeckt im Kühlschrank auf und verbrauche sie spätestens am nächsten Tag. Einfrieren funktioniert nicht, weil die Emulsion beim Auftauen bricht und das Öl sich absetzt.
Für Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen und alle mit geschwächtem Immunsystem ist rohes Ei nicht empfehlenswert. Ich nehme deshalb immer ganz frische Eier und halte die Aioli bis zum Servieren kühl. Bei Grillabenden stelle ich die Schüssel nicht stundenlang in die Sonne, sondern hole sie lieber in kleinen Portionen nach.
Falls die Aioli doch einmal flüssig bleibt, gib ein frisches, zimmerwarmes Ei in einen sauberen Becher. Mixe es an und gieß die geronnene Masse ganz langsam dazu, dann bindet sie wieder. Zum Variieren rühre ich gern etwas geräuchertes Paprikapulver, frische Kräuter oder abgeriebene Zitronenschale unter.

Fazit
Klassische Aioli gehört für mich zu den Rezepten, bei denen sich Selbermachen sofort lohnt. Mit einem zimmerwarmen Ei und einem hohen Becher klappt sie in wenigen Minuten, und seit meinem ersten, geronnenen Versuch ist sie mir nie wieder misslungen. Wenn es mal leichter sein soll, mache ich meine Aioli-Variante mit Joghurt.






