Orangen-Holunderblüten-Aufstrich ist mein Lieblingsrezept, wenn ich etwas Selbstgemachtes aufs Frühstücksbrot möchte, aber keine Lust auf Obstschälen habe. Aus Orangensaft, Holunderblütensirup, Zucker und Apfelpektin wird in 25 Minuten ein fruchtiger, leicht blumiger Aufstrich. Mehr als einen Topf und ein paar saubere Gläser brauchst du dafür nicht.
Entstanden ist mein Orangen-Holunderblüten-Aufstrich an einem Montag nach dem Kindergeburtstag meiner Tochter. Für die Schorle hatte ich zwei Flaschen Holunderblütensirup gekauft, und eine stand danach halb voll in der Kühlschranktür. Weggießen kam für mich nicht infrage.
Also habe ich den Sirup mit Orangensaft eingekocht, eher aus Neugier als mit Plan. Am nächsten Morgen hat mein Sohn drei Pfannkuchen mit der „gelben Marmelade“ gegessen und gefragt, ob ich die jetzt immer mache. Marmelade darf man sie übrigens wirklich nennen, weil Orangen Zitrusfrüchte sind, genau wie bei meiner herb-frischen Zitronenmarmelade.
Table of Contents
Zutaten für Orangen-Holunderblüten-Aufstrich
Für meinen Orangen-Holunderblüten-Aufstrich brauchst du nur fünf Zutaten, Gelierzucker ist nicht dabei, genau wie bei meiner Erdbeerkonfitüre ohne Gelierzucker. Der Geschmack hängt stark am Saft und am Sirup, deshalb lohnt sich dort beim Einkaufen ein zweiter Blick.
- 700 g Orangensaft (Mein Tipp: Ich nehme am liebsten Direktsaft ohne Fruchtfleisch, dann wird der Aufstrich schön klar und glänzend.)
- 200 g Holunderblütensirup
- 300 g Zucker
- 40 g Apfelpektin (gibt es im Reformhaus, bei mir steht immer eine Packung im Backschrank. Pektin ist je nach Hersteller unterschiedlich stark, im Zweifel richte ich mich nach der Dosierung auf der Packung.)
- 1 TL neutrales Pflanzenfett (Sonnenblumenöl oder Kokosfett. Aus meiner Erfahrung spart dieser eine Teelöffel das lästige Schaumabschöpfen fast komplett.)
Außerdem: 3 Schraubgläser (je ca. 350 ml), ein großer Topf, eine Schüssel, ein Schneebesen und ein kleiner Teller für die Gelierprobe.
Allergene: Der Aufstrich enthält keines der 14 Hauptallergene und ist vegan und glutenfrei. Bei gekauftem Holunderblütensirup werfe ich trotzdem kurz einen Blick auf die Zutatenliste.
Zubereitung Schritt für Schritt
Meine bewährte Methode ist, alles vorzubereiten, bevor der Herd angeht. Sobald der Orangen-Holunderblüten-Aufstrich kocht, muss es nämlich schnell gehen.
Schritt 1: Leg einen kleinen Teller für 5 bis 10 Minuten ins Gefrierfach. Den brauchst du später für die Gelierprobe. Spül Schraubgläser und Deckel mit kochendem Wasser aus und stell sie umgedreht auf ein sauberes Küchentuch.
Schritt 2: Vermisch Zucker und Apfelpektin gründlich in einer Schüssel. So verteilt sich das Pektin später gleichmäßig und bildet keine Klümpchen im Saft.
Schritt 3: Gib Orangensaft, Holunderblütensirup und Pflanzenfett in einen großen Topf. Nimm ruhig einen größeren als gedacht, denn der Aufstrich steigt beim Kochen hoch. Rühr die Zucker-Pektin-Mischung mit einem Schneebesen ein.
Schritt 4: Bring alles unter ständigem Rühren bei mittlerer bis hoher Hitze zum Kochen, das dauert etwa 5 Minuten. Lass den Aufstrich dann etwa 10 Minuten sprudelnd kochen und rühr dabei weiter. Er wird dunkler orange und duftet nach Orangenschale und Blüten.
Schritt 5: Mach die Gelierprobe: Gib einen Teelöffel Aufstrich auf den kalten Teller, lass ihn kurz abkühlen und drück ihn leicht mit dem Finger an. Wirft die Oberfläche Falten, ist er fertig. Wenn nicht, koch ihn 2 Minuten weiter und teste noch einmal.
Schritt 6: Füll den heißen Aufstrich sofort bis knapp unter den Rand in die Gläser und verschließ sie fest. Ein typischer Fehler ist, hier zu trödeln: Wird der Aufstrich im Topf kalt, lässt er sich schlecht abfüllen. Lass die Gläser auf der Arbeitsfläche abkühlen und stell sie danach in den Kühlschrank.

Orangen-Holunderblüten-Aufstrich
Zutaten
Kochutensilien
Methode
- Einen kleinen Teller für die Gelierprobe 5 bis 10 Minuten ins Gefrierfach legen. Schraubgläser und Deckel mit kochendem Wasser ausspülen und umgedreht auf ein sauberes Küchentuch stellen.
- Zucker und Apfelpektin in einer Schüssel gründlich vermischen, damit das Pektin später keine Klümpchen bildet.
- Orangensaft, Holunderblütensirup und Pflanzenfett in einen großen Topf geben. Die Zucker-Pektin-Mischung mit einem Schneebesen einrühren.
- Unter ständigem Rühren bei mittlerer bis hoher Hitze aufkochen (ca. 5 Minuten), dann ca. 10 Minuten sprudelnd kochen lassen und weiterrühren.
- Gelierprobe machen: 1 TL Aufstrich auf den kalten Teller geben, kurz abkühlen lassen und leicht mit dem Finger andrücken. Wirft er Falten, ist er fertig. Sonst weitere 2 Minuten kochen und die Probe wiederholen.
- Den heißen Aufstrich sofort bis knapp unter den Rand in die vorbereiteten Gläser füllen, fest verschließen und auf der Arbeitsfläche abkühlen lassen. Anschließend im Kühlschrank aufbewahren.
Nährwerte
Notizen
Was passt zu Orangen-Holunderblüten-Aufstrich
Mein Orangen-Holunderblüten-Aufstrich ist süß und fruchtig mit einer feinen Säure. Deshalb passt er besonders gut zu allem, was cremig, mild oder leicht salzig ist.
Frische Brötchen mit Butter: Der Klassiker am Sonntag. Die salzige Butter holt das Blumige vom Holunder richtig nach vorn. Im Frühjahr steht bei mir oft noch meine Konfitüre aus Rhabarber und Orange daneben, dann sucht sich jeder sein Lieblingsglas aus.
Naturjoghurt oder Quark: Ein Löffel Aufstrich untergerührt, und das Frühstück ist fertig. Meine Familie liebt das mit ein paar Haferflocken obendrauf.
Pfannkuchen oder Waffeln: Statt Ahornsirup einfach Aufstrich drauf. Bei meinen Kindern ist das die beliebteste Variante.
Frischkäse oder junger Ziegenkäse: Klingt erst ungewöhnlich, passt aber wunderbar. Die Säure der Orange und der cremige Käse ergänzen sich gut, zum Beispiel auf einem Abendbrot mit Nussbrot.
Plätzchen und Biskuitrolle: Als Füllung zwischen zwei Mürbeteigkeksen oder in einer Biskuitrolle bringt der Aufstrich Farbe und Frische ins Gebäck. Für eine cremigere Füllung streiche ich zuerst etwas cremiges Orangen-Curd auf den Biskuit.
Aufbewahrung & Serviertipps
Meinen Orangen-Holunderblüten-Aufstrich bewahre ich im Kühlschrank auf, weil er mit weniger Zucker gekocht wird als klassische Konfitüre. Ungeöffnet hält er sich dort etwa 2 bis 3 Monate, ein angebrochenes Glas verbrauche ich innerhalb von etwa 2 Wochen. Ich nehme immer einen sauberen Löffel heraus, damit nichts schimmelt.
Direkt aus dem Kühlschrank ist der Aufstrich recht fest. Ich stelle das Glas deshalb morgens als Erstes auf den Tisch, dann lässt er sich zum Frühstück schön streichen. Als Füllung für Gebäck rühre ich ihn kurz glatt.
Der Aufstrich lässt sich gut abwandeln. Ersetzt du einen Teil des Orangensafts durch Blutorangensaft, bekommt er eine kräftigere Farbe. Wer es herber mag, nimmt stattdessen etwas Grapefruitsaft.

Fazit
Mein Orangen-Holunderblüten-Aufstrich ist das Rezept für alle, die gern selbst einkochen, aber wenig Zeit haben. Du musst nichts schälen oder entkernen und bist in 25 Minuten fertig. Bei mir zu Hause ist das erste Glas meistens leer, bevor das dritte richtig abgekühlt ist. Und wenn du danach noch mehr Orange im Glas möchtest, probier meine Orangenmarmelade mit Marzipan.






