Zwetschgen-Chutney koche ich jedes Jahr im September, wenn die Zwetschgen reif und günstig sind. Frische Zwetschgen und Soft-Pflaumen köcheln dafür mit Ingwer, Chili, Senfkörnern und Rotweinessig zu einer dicken, fruchtig-scharfen Masse. Nach 55 Minuten ist alles gekocht und in drei Gläser gefüllt. Eine Woche später passt es dann richtig gut zu Käse und Gegrilltem.
Letzten Samstag kam ich mit viel zu vielen Zwetschgen vom Wochenmarkt heim. Mein Sohn hatte am Stand eine nach der anderen probiert, und aus schlechtem Gewissen habe ich gleich zwei Kilo gekauft. Ein Kuchen war gesetzt, für den Rest musste ein Zwetschgen-Chutney her.
Als der Essig im Topf zu köcheln anfing, stand meine Tochter mit gerümpfter Nase in der Tür und fragte, ob ich die Küche putze. Eine Woche später hat sie ihre Bratwurst ganz selbstverständlich ins Zwetschgen-Chutney getunkt und sich gleich noch einen Löffel genommen. Außer einem großen Topf und ein paar Schraubgläsern brauchst du dafür nichts Besonderes.
Table of Contents
Zutaten für Zwetschgen-Chutney
Das nehme ich für mein Zwetschgen-Chutney, und bei den meisten Zutaten gibt es gute Alternativen. Wichtig sind reife, aber noch feste Zwetschgen und frischer Ingwer, denn Ingwerpulver schmeckt hier dumpf und flach. Mit Kirschen klappt eine ähnliche Idee übrigens auch, dafür gibt es ein eigenes Kirsch-Chutney mit Gewürzen.
- 150 g Soft-Pflaumen (getrocknet, entsteint, fein gehackt)
- 500 g Zwetschgen (entsteint, in ca. 1 cm große Würfel geschnitten). Ich nehme dafür immer Zwetschgen, die schon leicht nachgeben. Pflaumen gehen auch, sie zerfallen beim Kochen aber stärker.
- 20 g frischer Ingwer (geschält, fein gehackt)
- 1 rote Chilischote (entkernt, fein gehackt). Mein Tipp: Wer es milder mag, nimmt nur eine halbe Schote.
- 250 g Zwiebeln (geschält, fein gewürfelt)
- 25 g gelbe Senfkörner
- 250 g Gelierzucker 2:1. Bei angebrochenen Packungen mische ich den ganzen Inhalt erst in einer Schüssel durch, damit das Geliermittel gleichmäßig verteilt ist.
- 15 g Salz
- 250 ml Rotweinessig
Allergenhinweis: Das Chutney enthält Senf (Senfkörner). Rotweinessig und manche Soft-Pflaumen können Sulfite enthalten, im Zweifel lohnt ein Blick auf die Packung.
So kochst du Zwetschgen-Chutney Schritt für Schritt
Meine bewährte Methode ist, alles vorher fein zu schneiden und die Gläser bereitzustellen. Sobald das Chutney fertig ist, muss es nämlich schnell gehen.
Schritt 1: Soft-Pflaumen fein hacken. Zwetschgen in etwa 1 cm große Würfel schneiden und beides in eine Schüssel geben.
Schritt 2: Ingwer und Chili sehr fein hacken, die Zwiebeln fein würfeln. Mit einem Multizerkleinerer geht das in wenigen Sekunden, aber nur kurz pulsieren, sonst entsteht Brei.
Schritt 3: Drei Schraubgläser (à etwa 350 ml) und die Deckel mit kochendem Wasser ausspülen und kopfüber auf ein sauberes Küchentuch stellen.
Schritt 4: Senfkörner, Gelierzucker, Salz, Zwetschgen, Soft-Pflaumen, Ingwer, Chili, Zwiebeln und Rotweinessig in einen großen, breiten Topf geben und gut verrühren. Bei starker Hitze unter Rühren aufkochen und etwa 5 Minuten sprudelnd kochen lassen, damit der Gelierzucker wirken kann.
Schritt 5: Hitze auf mittlere Stufe reduzieren und das Chutney offen etwa 25 Minuten köcheln lassen. Häufig umrühren, zum Ende hin fast ständig. Ein Spritzschutzgitter hält die heißen Spritzer im Topf. Fertig ist es, wenn die Masse dick und glänzend ist und ein Löffel über den Topfboden eine Spur zieht, die nicht sofort zuläuft.
Profi-Tipp: Der häufigste Fehler ist zu viel Hitze. Dann setzt der Zucker am Boden an und das Chutney schmeckt bitter.
Schritt 6: Das heiße Chutney sofort randvoll in die Gläser füllen und fest verschließen. Die Gläser 5 Minuten auf den Deckel stellen, dann umdrehen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
Schritt 7: Das Chutney mindestens 1 Woche kühl und dunkel durchziehen lassen. Aus meiner Erfahrung wird die Essigschärfe in dieser Zeit deutlich runder, und die Senfkörner werden weich.

Zwetschgen-Chutney
Zutaten
Kochutensilien
Methode
- Soft-Pflaumen fein hacken. Zwetschgen in etwa 1 cm große Würfel schneiden und beides in eine Schüssel geben.
- Ingwer und Chili sehr fein hacken, die Zwiebeln fein würfeln. Mit einem Multizerkleinerer nur kurz pulsieren, damit kein Brei entsteht.
- Drei Schraubgläser (à etwa 350 ml) und die Deckel mit kochendem Wasser ausspülen und kopfüber auf ein sauberes Küchentuch stellen.
- Senfkörner, Gelierzucker, Salz, Zwetschgen, Soft-Pflaumen, Ingwer, Chili, Zwiebeln und Rotweinessig in einem großen, breiten Topf verrühren. Bei starker Hitze unter Rühren aufkochen und etwa 5 Minuten sprudelnd kochen lassen.
- Hitze auf mittlere Stufe reduzieren und das Chutney offen etwa 25 Minuten köcheln lassen, dabei häufig umrühren. Es ist fertig, wenn die Masse dick und glänzend ist und ein Löffel über den Topfboden eine Spur zieht.
- Das heiße Chutney sofort randvoll in die Gläser füllen und fest verschließen. Gläser 5 Minuten auf den Deckel stellen, umdrehen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
- Das Chutney mindestens 1 Woche kühl und dunkel durchziehen lassen, bevor du das erste Glas öffnest.
Nährwerte
Notizen
Was passt zu Zwetschgen-Chutney
Mein Zwetschgen-Chutney ist süß, sauer und scharf auf einmal, deshalb braucht es etwas Kräftiges oder Cremiges als Gegenüber.
Käseplatte: Bergkäse, alter Gouda oder Ziegenkäse bringen Salz und Würze mit, die fruchtige Säure schneidet angenehm durch das Fett. Auf einer größeren Käseplatte passt noch ein Zwiebel-Relish mit Portwein daneben.
Bratwurst und Grillfleisch: Meine Familie liebt es zur Bratwurst statt Ketchup, weil es genauso süß ist, aber viel mehr Geschmack hat.
Gebackener Camembert: Außen knusprig, innen flüssig und dazu ein Klecks Chutney. Das passt ähnlich gut wie die klassische Preiselbeere, die es auch als cremigen Aufstrich mit Camembert gibt.
Kalter Braten oder Aufschnitt: Aufs Brot mit Resten vom Sonntagsbraten gestrichen, wird daraus ein richtig gutes Abendbrot.
Linsen-Curry mit Reis: Als Beilage zu einem milden Curry sorgt das Chutney für Frucht und etwas Schärfe am Tellerrand. Wer lieber beim Klassiker bleibt, nimmt dazu ein fruchtiges Mango-Chutney.
Aufbewahrung & Serviertipps
Ungeöffnet hält sich das Zwetschgen-Chutney kühl und dunkel gelagert etwa 6 bis 12 Monate. Bei mir steht es im Keller locker bis Weihnachten. Angebrochene Gläser kommen in den Kühlschrank und sind dort etwa 4 Wochen gut, solange du immer einen sauberen Löffel verwendest.
Aufwärmen musst du das Chutney nicht. Ich hole es etwa 20 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank, weil es bei Raumtemperatur deutlich aromatischer schmeckt als eiskalt.
Das Rezept lässt sich gut abwandeln. Du kannst einen Teil der Zwetschgen durch Äpfel ersetzen, und mit Apfelessig wird das Chutney milder. Eine mitgekochte Zimtstange gibt ihm eine weihnachtliche Note.
Im Wrap mit Hähnchen und Feta oder ins Salatdressing gerührt schmeckt es ebenfalls.

Fazit
Dieses Zwetschgen-Chutney ist mein liebster Weg, einen Berg Zwetschgen zu verarbeiten. Das Schneiden dauert etwas, danach köchelt es fast von allein. Die Woche Wartezeit lohnt sich wirklich. Ein Glas bekommt jedes Jahr meine Nachbarin, die mittlerweile schon im August danach fragt. Und wenn im Oktober die Kürbisse kommen, ist ein Chutney aus Kürbis und Apfel ein guter Nachfolger für die leeren Gläser.






