Vegane Linsen-Lasagne mache ich, wenn ich Zeit und Lust auf ein kleines Küchenprojekt habe. Die Nudelplatten selbst zu machen klingt aufwendiger, als es ist, und das Ergebnis schmeckt komplett anders als jede Fertigpasta. Mit würziger Linsensauce und cremiger Béchamel wird daraus ein Sonntagsessen, das die ganze Küche nach Tomate und Rotwein duften lässt.
Das erste Mal habe ich diese Lasagne an einem regnerischen Sonntag im November gemacht, eigentlich nur weil ich Süßkartoffeln übrig hatte und nicht wusste, wohin damit (die Reste landen bei mir sonst eher in meiner veganen Süßkartoffel-Bowl). Meine Tochter stand neben mir am Tisch und hat die Nudelteig-Rechtecke „Briefe“ genannt, weil sie so ordentlich aufgereiht auf dem Blech lagen. Seitdem gehört diese Lasagne zu den Rezepten, die ich mache, wenn ich mir bewusst Zeit in der Küche nehmen will, ohne Uhr im Blick.
Der Duft von Rotwein und Tomaten zieht dabei durch die ganze Wohnung, lange bevor irgendetwas im Ofen ist. Wer die drei Schritte (Nudelteig, Sauce, Béchamel) nacheinander angeht statt alles gleichzeitig, merkt schnell, dass sich der Aufwand in Grenzen hält. Los geht’s mit den Zutaten.
Table of Contents
Zutaten für Vegane Linsen-Lasagne
Ich mache die Nudelplatten inzwischen fast im Schlaf, aber wer wenig Zeit hat, kann auch auf fertige vegane Lasagneplatten zurückgreifen. Der Aufbau erinnert mich an meine veganen Spinat-Cashew-Cannelloni, nur mit einer anderen Füllung. Bei der Béchamel nehme ich immer ungesüßten Haferdrink, weil er am neutralsten schmeckt, und die Linsensauce baue ich ähnlich auf wie meine vegane Bolognese, nur mit ganzen Linsen statt Sojagranulat.
Für die Nudelplatten:
- 120 g ungesüßter Haferdrink
- 1 TL Olivenöl
- 70 g Süßkartoffel (gekocht und abgekühlt, in Stücken)
- 150 g Mehl, plus etwas mehr zum Bearbeiten
- 150 g Hartweizengrieß (Semola)
Mein Tipp: Die Süßkartoffel gebe ich immer schon am Vortag gekocht in den Kühlschrank, dann geht die Teigzubereitung morgens schneller.
Für die Linsen-Sauce:
- 70 g Möhren, in Stücken
- 70 g Zwiebeln, geviertelt
- 20 g Staudensellerie, in Stücken
- 1 Knoblauchzehe
- 50 g Olivenöl
- 80 g trockener Rotwein
- 200 g Linsen, getrocknet
- 750 g passierte Tomaten
- 350 g Wasser
- 2 Gemüsebrühwürfel (für je 0,5 l) oder 2 gehäufte TL Gemüsebrühpaste
- ¼ TL Pfeffer
- 1 Prise Zucker
Für die Béchamelsauce:
- 700 g ungesüßter Haferdrink
- 65 g Mehl
- 1 TL Salz
- 1 Prise Muskat
- 25 g Olivenöl
Aus meiner Erfahrung schmeckt die Béchamel mit etwas mehr Muskat runder, ich nehme oft eine zweite Prise.
Hinweis: Dieses Rezept enthält Gluten (Weizenmehl, Hartweizengrieß) und Alkohol (Rotwein in der Sauce).
Zubereitung Schritt für Schritt
Ich fange immer mit dem Nudelteig an, weil er ruhen muss, während ich die Sauce koche. Meine bewährte Methode ist, alle drei Elemente parallel laufen zu lassen, statt sie nacheinander abzuarbeiten.
Nudelplatten
- Haferdrink, Öl und Süßkartoffel mit dem Pürierstab fein pürieren, bis eine glatte Masse entsteht.
- Mehl und Hartweizengrieß zugeben und von Hand oder mit der Küchenmaschine etwa 5 Minuten zu einem glatten Teig verkneten. Zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen.
- Teig auf einer bemehlten Fläche 2-3 mm dünn ausrollen und in Rechtecke von etwa 20 x 10 cm schneiden. Auf ein bemehltes Blech legen, ohne sie zu stapeln.
Linsen-Sauce
- Möhren, Zwiebeln, Sellerie und Knoblauch fein hacken.
- Öl in einem großen Topf erhitzen und das Gemüse bei mittlerer Hitze 5 Minuten andünsten, bis es leicht glasig wird.
- Rotwein und Linsen zugeben und 5 Minuten köcheln lassen, damit der Alkohol etwas verkocht.
- Tomaten, Wasser, Brühe, Pfeffer und Zucker dazugeben, aufkochen und zugedeckt bei kleiner Hitze 45-50 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Gelegentlich umrühren, damit nichts ansetzt.
Béchamelsauce
- Öl in einem Topf erhitzen, Mehl einrühren und etwa eine Minute anschwitzen.
- Nach und nach den Haferdrink mit dem Schneebesen einrühren, damit keine Klümpchen entstehen.
- Unter ständigem Rühren aufkochen lassen, bis die Sauce andickt. Mit Salz und Muskat abschmecken.
Ein häufiger Fehler an dieser Stelle: den Haferdrink zu schnell zugießen. Lieber in kleinen Schlucken einrühren, dann bleibt die Sauce garantiert klümpchenfrei.
Fertigstellung
- Backofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
- Boden der Auflaufform (30 x 25 x 6 cm) dünn mit Béchamel bestreichen. Eine Schicht Nudelplatten darauflegen, mit Béchamel und Linsensauce bedecken. Schichten wiederholen, bis alle Zutaten aufgebraucht sind, mit Béchamel abschließen.
- 20-30 Minuten bei 200°C backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Kurz abkühlen lassen und servieren.

Vegane Linsen-Lasagne
Zutaten
Kochutensilien
Method
- Haferdrink, Öl und Süßkartoffel mit dem Pürierstab fein pürieren, bis eine glatte Masse entsteht.
- Mehl und Hartweizengrieß zugeben und von Hand oder mit der Küchenmaschine etwa 5 Minuten zu einem glatten Teig verkneten. Zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen.
- Teig auf einer bemehlten Fläche 2-3 mm dünn ausrollen und in Rechtecke von etwa 20 x 10 cm schneiden. Auf ein bemehltes Blech legen, ohne sie zu stapeln.
- Möhren, Zwiebeln, Sellerie und Knoblauch fein hacken.
- Öl in einem großen Topf erhitzen und das Gemüse bei mittlerer Hitze 5 Minuten andünsten.
- Rotwein und Linsen zugeben und 5 Minuten köcheln lassen.
- Tomaten, Wasser, Brühe, Pfeffer und Zucker dazugeben, aufkochen und zugedeckt bei kleiner Hitze 45-50 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Gelegentlich umrühren.
- Öl in einem Topf erhitzen, Mehl einrühren und kurz anschwitzen.
- Nach und nach den Haferdrink mit dem Schneebesen einrühren, damit keine Klümpchen entstehen.
- Unter Rühren aufkochen lassen, bis die Sauce andickt. Mit Salz und Muskat abschmecken.
- Backofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
- Boden der Auflaufform dünn mit Béchamel bestreichen. Eine Schicht Nudelplatten darauflegen, mit Béchamel und Linsensauce bedecken. Schichten wiederholen, bis alle Zutaten aufgebraucht sind, mit Béchamel abschließen.
- 20-30 Minuten bei 200°C backen, kurz abkühlen lassen und servieren.
Nährwerte
Notizen
Was passt zu Vegane Linsen-Lasagne
Ein knackiger Salat gleicht die Schwere der Lasagne gut aus, etwas Frisches dazu tut immer gut.
- Rucolasalat mit Zitronendressing: Die Säure schneidet durch die cremige Béchamel und bringt Frische auf den Teller.
- Knoblauchbrot: Passt geschmacklich zur Tomatensauce und eignet sich gut zum Auftunken.
- Gegrillte Süßkartoffelscheiben: Bringen zusätzliche Ballaststoffe und passen farblich wie geschmacklich zur Lasagne.
Wer statt Rucola lieber einen cremigeren Salat mag, findet den bei mir im veganen Caesar Salat.
Aufbewahrung & Serviertipps
Im Kühlschrank hält sich die Lasagne abgedeckt 3-4 Tage. Für längere Aufbewahrung lässt sie sich portionsweise einfrieren, dann hält sie sich etwa 2 Monate.
Zum Aufwärmen nehme ich am liebsten den Ofen bei 180°C für etwa 15-20 Minuten, das hält die Nudelplatten schön fest. In der Mikrowelle geht es schneller, dafür wird die Textur etwas weicher.
Wer mag, kann die Süßkartoffel im Teig durch Kürbispüree ersetzen oder die Linsensauce mit roten statt braunen Linsen kochen, dann wird sie etwas milder im Geschmack.

Fazit
Diese Lasagne ist eines der wenigen Rezepte, bei denen sich der Zeitaufwand für mich wirklich lohnt. Der selbstgemachte Nudelteig macht am Ende den Unterschied, den man schmeckt. Ich mache sie meist am Wochenende, wenn genug Zeit für die drei Schritte da ist. Wer die Aromen liebt, es aber schneller mag, sollte auch meine vegane Lasagne-Suppe probieren. Reste esse ich am liebsten am nächsten Tag, dann sind die Aromen noch etwas kräftiger.






