Serviettenknödel sind für mich der Beweis, dass altbackenes Brot das beste Comeback aller Zeiten hinlegen kann. Statt einzelner Knödel wird hier alles zu einer Rolle geformt und im Dampf gegart, das spart Zeit und macht am Ende gleichmäßig weiche Scheiben. Wer schon mal Semmelknödel einzeln geformt hat, weiß, wie viel angenehmer diese Variante ist.
Bei mir kommen Serviettenknödel eigentlich nur an einem Tag im Jahr auf den Tisch, am zweiten Weihnachtsfeiertag zur Gans. Mein Mann steht dann meistens ungeduldig neben mir in der Küche und fragt alle zehn Minuten, ob der Dampf schon fertig ist. Als meine Tochter das erste Mal eine Scheibe probiert hat, hat sie nur gesagt: „Das ist ja wie Brot, aber besser.“ Genau das trifft es ziemlich gut.
Die Konsistenz ist weich, fast schon pudding-artig, und der Muskat gibt eine feine Würze, ohne aufdringlich zu sein. Ich forme die Rollen inzwischen im Schlaf, aber am Anfang habe ich sie zu dünn gewickelt und die Mitte ist beim Garen auseinandergefallen. Seitdem achte ich auf ein festes, gleichmäßiges Einwickeln, und das macht den Unterschied. Wenn dir Knödel grundsätzlich liegen, schau auch gerne bei meinen Speckknödeln mit Champignonsauce vorbei, dort arbeite ich mit einer ähnlichen Technik beim Formen.
Table of Contents
Zutaten für Serviettenknödel
Für die Basis brauchst du altbackene Semmeln oder Brötchen, Milch, Eier und etwas Butter. Wenn keine altbackenen Semmeln da sind, funktionieren auch Baguettewürfel vom Vortag, sie sollten nur trocken genug sein, um die Flüssigkeit gut aufzunehmen. Falls du generell auf Knödel stehst, findest du bei mir auch Spinatknödel auf Tomatenragout als vegetarische Variante.
- 75 g Butter (in Stücken)
- 120 g Zwiebeln (halbiert)
- 250 g Milch
- 250 g Semmelwürfel (altbacken, ca. 1 cm)
- 3 Eier
- 1 EL frische Petersilie (gehackt)
- 1 TL Salz
- 4 Prisen schwarzer Pfeffer (gemahlen)
- 4 Prisen Muskatnuss (gemahlen)
- 800 g Wasser (zum Dampfgaren)
Ich nehme dafür immer Semmeln vom Vortag, ganz frische saugen die Flüssigkeit nicht richtig auf und die Masse wird matschig. Mein Tipp bei der Muskatnuss: frisch gerieben schmeckt sie deutlich intensiver als die gemahlene aus dem Glas.
Enthält Gluten (Semmelwürfel), Milch und Ei.
Zubereitung Schritt für Schritt
Aus meiner Erfahrung ist der wichtigste Schritt das feste Einwickeln der Rollen, sonst verlieren sie beim Garen ihre Form.
Schritt 1: Butter schmelzen. 50 g Butter in einem kleinen Topf bei milder Hitze schmelzen und beiseitestellen, sie wird später zum Bestreichen des Backpapiers gebraucht.
Schritt 2: Zwiebeln andünsten. Die restlichen 25 g Butter in einer Pfanne erhitzen, die fein gehackten Zwiebeln zugeben und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten glasig dünsten, bis sie leicht süßlich duften.
Schritt 3: Masse mischen. Milch, Semmelwürfel, Eier, Petersilie, Salz, Pfeffer und Muskat mit den gedünsteten Zwiebeln in einer großen Schüssel vermengen, bis eine gleichmäßige, feuchte Masse entsteht. Kurz quellen lassen, das macht die Masse geschmeidiger.
Schritt 4: Rollen formen. Zwei Bögen Backpapier mit der flüssigen Butter bestreichen. Die Masse zu zwei Rollen formen (ca. 5 cm dick, 20 cm lang), fest einwickeln und die Enden wie ein Bonbon zudrehen. Je fester gewickelt, desto besser hält die Form im Dampf.
Schritt 5: Dampfgaren. Wasser in einem großen Topf mit Dampfgareinsatz oder Sieb zum Kochen bringen. Die Rollen so hineinlegen, dass sie das Wasser nicht berühren, abdecken und 45 Minuten bei mittlerer Hitze garen.
Schritt 6: Anschneiden und servieren. Die Rollen kurz abkühlen lassen, aus dem Papier wickeln und in Scheiben schneiden. Frisch aufgeschnitten sind sie innen weich und dampfend.

Serviettenknödel
Zutaten
Kochutensilien
Method
- 50 g Butter in einem kleinen Topf bei milder Hitze schmelzen und beiseitestellen.
- Die restlichen 25 g Butter in einer Pfanne erhitzen, die fein gehackten Zwiebeln zugeben und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten glasig dünsten.
- Milch, Semmelwürfel, Eier, Petersilie, Salz, Pfeffer und Muskat mit den gedünsteten Zwiebeln in einer großen Schüssel vermengen und gut verrühren, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.
- Zwei Bögen Backpapier mit der flüssigen Butter bestreichen. Die Masse zu zwei Rollen formen (ca. 5 cm dick, 20 cm lang), fest einwickeln und die Enden zudrehen.
- Wasser in einem großen Topf mit Dampfgareinsatz oder Sieb zum Kochen bringen. Die Rollen auflegen, sodass sie das Wasser nicht berühren, abdecken und 45 Minuten bei mittlerer Hitze dampfgaren.
- Kurz abkühlen lassen, aus dem Backpapier wickeln und in Scheiben geschnitten servieren.
Nährwerte
Notizen
Was passt zu Serviettenknödel
Serviettenknödel sind mild im Geschmack und deshalb ein guter Gegenpart zu kräftigen Bratensaucen oder deftigem Gemüse.
Gänsebraten: Die klassische Kombination, die milde Knödelscheibe nimmt die Bratensauce gut auf.
Rotkohl: Die leichte Süße und Säure gleichen die herzhafte Butternote der Knödel aus.
Rahmschwammerl: Eine cremige Pilzsauce passt geschmacklich und macht aus der Beilage ein vollwertiges Essen.
Krustenbraten mit Malzsauce: Passt genauso gut wie die Gans, die knusprige Kruste harmoniert mit den weichen Knödelscheiben.
Grüner Salat mit Essig-Öl-Dressing: Bringt etwas Frische neben der eher schweren Knödelmasse.
Aufbewahrung & Serviertipps
Im Kühlschrank halten sich die Knödelscheiben luftdicht verpackt etwa 2 Tage. Für längere Aufbewahrung lassen sich die ungeschnittenen Rollen auch einfrieren und vor der Verwendung im Kühlschrank auftauen.
Am besten schmecken die Scheiben aufgewärmt in der Pfanne mit etwas Butter, dabei werden die Ränder leicht knusprig und die Mitte bleibt weich. In der Mikrowelle werden sie eher gummiartig, das würde ich vermeiden.
Übrig gebliebene Scheiben verarbeite ich gerne zu einem Knödelgröstel, dafür einfach klein schneiden, in Butter anbraten und mit Ei stocken lassen. Auch mit Speck oder gebratenen Pilzen wird daraus ein eigenständiges Gericht.

Fazit
Serviettenknödel sind bei mir fest mit der Weihnachtsgans verbunden, auch wenn sie das ganze Jahr über zu jedem Braten passen würden. Die Rollenform macht die Zubereitung deutlich entspannter als einzelne Knödel, und die 45 Minuten Dampfgarzeit lassen genug Zeit für den Rest vom Essen. Für mich ist das eines der wenigen Rezepte, bei dem ich mich jedes Jahr wieder auf die Wiederholung freue.






