Wildschweinbraten mit Knödeln und Rotkohl ist mein liebstes Rezept für einen echten Festtagsbraten. Das Fleisch schmort zweieinhalb Stunden im Ofen, bis es butterzart auseinanderfällt, dazu gibt es selbstgemachte Semmelknödel und würzig-süßen Rotkohl. Perfekt für einen ruhigen Sonntag oder die Feiertage.
Mein Nachbar geht regelmäßig auf die Jagd und drückt mir im Herbst gern ein Stück Wildschwein in die Hand, ob ich will oder nicht. Beim ersten Mal war ich ehrlich gesagt skeptisch, mein Sohn erst recht, der Fleisch vom „Wildschwein aus dem Wald“ für eine ziemlich verrückte Idee hielt. Nach der ersten Gabel war die Skepsis verflogen, das Fleisch schmeckt viel milder als gedacht, fast wie ein kräftiger Rinderbraten.
Seitdem kommt der Braten bei mir immer dann auf den Tisch, wenn ich Zeit für ein richtiges Sonntagsessen habe, genau wie bei meinem Krustenbraten mit Malzsauce. Die Knödel und der Rotkohl runden das Ganze ab, genau so wie ich es aus meiner Kindheit kenne. Wie ich das Ganze ohne Thermomix im normalen Ofen hinbekomme, zeige ich dir hier.
Table of Contents
Zutaten für Wildschweinbraten mit Knödeln und Rotkohl
Das Rezept hat drei Teile: den Braten, die Knödel und den Rotkohl. Klingt nach viel, lässt sich aber gut parallel zubereiten, während der Braten im Ofen schmort. Die Knödel mache ich hier ganz klassisch mit Ei und Milch, ähnlich wie meine Spinatknödel auf Tomatenragout, nur ohne Spinat. Hier ist alles, was ich dafür brauche.
Wildschweinbraten
- 50 g Öl
- ¾ TL Salz
- ½ TL Pfeffer
- 4 Zweige Rosmarin, abgezupft und fein gehackt
- 4 Zweige Thymian, abgezupft
- 1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder gepresst
- 1500 g Wildschweinbraten. Ich nehme dafür immer ein Stück aus der Keule, das bleibt beim Schmoren besonders saftig.
- 200 g trockener Rotwein
- 400 g Wildfond
- 300 g Tomaten, ohne Strunk, gewürfelt
- Öl zum Anbraten
- 150 g Zwiebeln, in Ringen
- 150 g Möhren, in Stücken (ca. 2 cm)
Knödel
- 300 g Brötchen vom Vortag, in dünnen Scheiben. Mein Tipp: Frische Brötchen einfach über Nacht offen liegen lassen, dann sind sie am nächsten Tag genau richtig trocken.
- ½ Bund Petersilie, abgezupft und fein gehackt
- 80 g Zwiebeln, fein gewürfelt
- 25 g Butter
- 220 g Milch
- 1 Bund Schnittlauch, in feinen Röllchen
- 3 Eier
- 1 gestr. TL Salz
- ¼ TL Pfeffer
- ¼ TL Muskat
Rotkohl
- 300 g Äpfel, in Stücken
- 700 g Rotkohl, in feinen Streifen
- 2 Zwiebeln, gewürfelt
- 1 getrocknetes Lorbeerblatt
- 40 g Rotweinessig
- 30 g Zucker
- 1 TL Salz
- 1 Prise Piment
- 200 g Gemüsebrühe
- 100 g trockener Rotwein
- 2 Wacholderbeeren
- 50 g Butter, in Stücken
- 40 g Mehl
- 100 g Preiselbeeren. Aus meiner Erfahrung machen die den Rotkohl erst rund, ruhig etwas großzügiger dosieren, wenn du es gern süßer magst.
Enthält Gluten (Brötchen), Ei, Milch/Milchprodukte und Sulfite (Rotwein, Rotweinessig).
Zubereitung Schritt für Schritt
Meine bewährte Methode: Erst das Fleisch marinieren und über Nacht ziehen lassen, dann am nächsten Tag alles andere parallel zum Schmoren vorbereiten. So steht am Ende alles gleichzeitig auf dem Tisch.
- Öl, Salz, Pfeffer, Rosmarin, Thymian und Knoblauch zu einer Marinade verrühren. Wildschweinbraten damit gründlich einreiben, abgedeckt über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
- Am nächsten Tag Backofen auf 200 °C vorheizen, großen Bräter mit Deckel bereitstellen.
- Rotwein (150 g), Wildfond und gewürfelte Tomaten verrühren, in den Bräter geben.
- Fleisch in einer Pfanne in heißem Öl von allen Seiten scharf anbraten, bis es rundum braun ist. In den Bräter setzen.
- Zwiebeln und Möhren in derselben Pfanne scharf anbraten, mit 50 g Rotwein ablöschen, zum Fleisch geben. Bräter verschließen, 2 Std. 30 Min. bei 200 °C im Ofen schmoren.
- Für die Knödel Brötchenscheiben und Petersilie in eine große Schüssel geben.
- Zwiebeln fein hacken, mit Butter und Milch in einem Topf leicht erwärmen, nicht kochen. Über die Brötchen gießen.
- Schnittlauch, Eier, Salz, Pfeffer und Muskat zugeben, gut vermengen, 10 Minuten quellen lassen.
- Aus dem Teig mit angefeuchteten Händen 12 Knödel formen. In reichlich kochendem Salzwasser bei milder Hitze 20 bis 25 Minuten ziehen lassen. Wichtig: Das Wasser darf nur sanft köcheln, sonst zerfallen die Knödel.
- Für den Rotkohl Äpfel, Rotkohl und Zwiebeln klein schneiden.
- Alle Zutaten für den Rotkohl in einen großen Topf geben, aufkochen, zugedeckt bei mittlerer Hitze 45 bis 50 Minuten weich schmoren, gelegentlich umrühren.
- Braten aus dem Ofen nehmen, warm stellen. Schmorflüssigkeit mit dem Gemüse aus dem Bräter pürieren oder durch ein Sieb streichen.
- Butter und Mehl in einem Topf zu einer Mehlschwitze verrühren, mit der pürierten Sauce ablöschen, 3 bis 4 Minuten köcheln lassen. Preiselbeeren einrühren, abschmecken.
- Braten aufschneiden, mit Knödeln, Rotkohl und Sauce servieren.

Wildschweinbraten mit Knödeln und Rotkohl
Zutaten
Kochutensilien
Methode
- Öl, Salz, Pfeffer, Rosmarin, Thymian und Knoblauch zu einer Marinade verrühren. Wildschweinbraten damit gründlich einreiben, abgedeckt über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
- Am nächsten Tag Backofen auf 200 °C vorheizen, großen Bräter mit Deckel bereitstellen.
- Rotwein (150 g), Wildfond und gewürfelte Tomaten verrühren, in den Bräter geben.
- Fleisch in einer Pfanne in heißem Öl von allen Seiten scharf anbraten, in den Bräter setzen.
- Zwiebeln und Möhren in derselben Pfanne scharf anbraten, mit 50 g Rotwein ablöschen, zum Fleisch geben. Bräter verschließen, 2 Std. 30 Min. bei 200 °C im Ofen schmoren.
- Für die Knödel Brötchenscheiben und Petersilie in eine große Schüssel geben.
- Zwiebeln fein hacken, mit Butter und Milch in einem Topf leicht erwärmen, nicht kochen. Über die Brötchen gießen.
- Schnittlauch, Eier, Salz, Pfeffer und Muskat zugeben, gut vermengen, 10 Minuten quellen lassen.
- Aus dem Teig 12 Knödel formen. In kochendem Salzwasser bei milder Hitze 20 bis 25 Minuten ziehen lassen.
- Für den Rotkohl Äpfel, Rotkohl und Zwiebeln klein schneiden.
- Alle Zutaten für den Rotkohl in einen großen Topf geben, aufkochen, zugedeckt bei mittlerer Hitze 45 bis 50 Minuten weich schmoren.
- Braten aus dem Ofen nehmen, warm stellen. Schmorflüssigkeit mit dem Gemüse pürieren oder durch ein Sieb streichen.
- Butter und Mehl zu einer Mehlschwitze verrühren, mit der Sauce ablöschen, 3 bis 4 Minuten köcheln. Preiselbeeren einrühren, abschmecken.
- Braten aufschneiden, mit Knödeln, Rotkohl und Sauce servieren.
Nährwerte
Notizen
Was passt zu Wildschweinbraten mit Knödeln und Rotkohl
Der Braten ist herzhaft und kräftig im Geschmack, dazu passt am besten etwas Frisches oder Säuerliches, ähnlich wie bei meiner Entenbrust mit Rotwein-Pflaumensauce, bei der ich es genauso halte.
- Feldsalat mit Speck: der leichte Crunch und die Säure gleichen die Schwere des Bratens gut aus.
- Preiselbeer-Kompott extra: wer es gern süßer mag, stellt zusätzlich eine kleine Schale dazu.
- Ein Glas trockener Rotwein: passt geschmacklich zur Sauce und rundet das Festtagsessen ab.
Aufbewahrung & Serviertipps
Reste halten sich im Kühlschrank gut zwei bis drei Tage in einer geschlossenen Dose, Braten und Sauce am besten getrennt von den Knödeln lagern.
Zum Aufwärmen nehme ich am liebsten die Pfanne bei kleiner Hitze mit etwas Sauce, das hält das Fleisch saftig. Die Mikrowelle geht auch, dann aber abgedeckt und in kurzen Intervallen.
Der Rotkohl lässt sich problemlos einfrieren, die Sauce ebenfalls. Die Knödel schmecken aufgewärmt am besten in Scheiben geschnitten und in Butter angebraten, das gibt eine schöne Kruste.

Fazit
Dieses Rezept braucht Zeit, aber kaum etwas davon ist wirklich anstrengend. Die Mühe lohnt sich, wenn der Braten am Ende butterzart vom Messer fällt. Bei mir kommt er inzwischen jeden Herbst mindestens einmal auf den Tisch, meistens sonntags, wenn ich Zeit dafür habe. Wer Lust auf einen weiteren Festtagsbraten hat, findet bei mir zum Beispiel auch mein Rinderfilet mit Rosmarinbutter.






