Liptauer ist ein cremiger Aufstrich aus Topfen, Butter und Paprika, wie man ihn beim österreichischen Heurigen bekommt, fast wie eine würzigere Version von meinem türkischen Obatzter. Bei mir steht er inzwischen fast jedes Wochenende auf dem Brotzeitbrett, weil er in 15 Minuten fertig ist und ohne Kochen auskommt.
Kennengelernt habe ich Liptauer bei einer Nachbarin aus Wien, die ihn immer zu einem Glas Wein reichte, wenn Freunde vorbeikamen. Ich fand die Mischung aus Paprika, Senf und Kümmel zuerst ziemlich mutig, bin aber schon beim zweiten Bissen hängen geblieben. Mittlerweile mache ich ihn selbst, meistens samstags, wenn ich sowieso Brot backe und noch Topfen im Kühlschrank steht. Mein Sohn steckt sich immer heimlich einen Löffel direkt aus der Schüssel, bevor der Aufstrich überhaupt auf dem Tisch steht. Genau dieser Moment, wenn die Küche nach Paprika riecht und alle schon ungeduldig ums Brett stehen, ist für mich der Grund, warum ich das Rezept immer wieder mache.
Table of Contents
Zutaten für Liptauer
Für meinen Liptauer nehme ich immer echten Topfen mit 20 Prozent Fett, genau wie in meinem Kräuterquark sorgt das für die cremige Basis und macht den Aufstrich schön cremig statt zu mager. Statt Essiggurkerl gehen auch normale Cornichons, und wer es milder mag, lässt den scharfen Paprika einfach weg. Enthält Milch und Senf.
- 40 g Zwiebel (fein gehackt)
- 30 g Essiggurkerl (fein gehackt)
- 70 g rote Paprikaschote, in Stücken (etwas mehr zum Garnieren)
- 250 g Topfen, 20 % Fett
- 100 g Butter, weich, in Stücken
- 30 g Sauerrahm
- 3 TL Paprikapulver, edelsüß
- 1 Msp. Paprikapulver, rosenscharf
- 1 Prise Kümmel, gemahlen
- 1 TL Salz
- 1 Prise schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
- 1 TL scharfer Senf, ich nehme dafür immer einen kräftigen Estragonsenf
Zubereitung Schritt für Schritt
Meine bewährte Methode ist, Zwiebel und Gurkerl richtig fein zu hacken, dann bleibt der Aufstrich später glatt und lässt sich gut aufs Brot streichen.
- Zwiebel und Essiggurkerl sehr fein hacken, mit dem Messer oder kurz im Blitzhacker.
- Rote Paprikaschote ebenfalls fein hacken. Einen kleinen Teil für die Garnitur beiseitelegen.
- Topfen, Butter, Sauerrahm, beide Paprikapulver, Kümmel, Salz, Pfeffer und Senf in eine Schüssel geben. Zwiebel-Gurkerl-Mischung und gehackte Paprika dazugeben und alles mit dem Handrührgerät oder kräftig mit dem Löffel zu einer cremigen Masse verrühren. Aus meiner Erfahrung wird der Aufstrich lockerer, wenn die Butter wirklich zimmerwarm ist.
- Abschmecken, in eine Servierschüssel füllen und mit den beiseitegelegten Paprikastreifen garnieren.

Liptauer
Zutaten
Kochutensilien
Method
- Zwiebel und Essiggurkerl sehr fein hacken, mit dem Messer oder kurz im Blitzhacker.
- Rote Paprikaschote ebenfalls fein hacken, einen kleinen Teil für die Garnitur beiseitelegen.
- Topfen, Butter, Sauerrahm, beide Paprikapulver, Kümmel, Salz, Pfeffer und Senf in eine Schüssel geben, Zwiebel-Gurkerl-Mischung und gehackte Paprika dazugeben und alles mit dem Handrührgerät oder kräftig mit dem Löffel zu einer cremigen Masse verrühren.
- Abschmecken, in eine Servierschüssel füllen und mit den beiseitegelegten Paprikastreifen garnieren.
Nährwerte
Notizen
Was passt zu Liptauer
Zu Liptauer gehört für mich immer knuspriges Bauernbrot, am liebsten noch warm.
- Bauernbrot: saugt den Aufstrich gut auf und bringt den nötigen Biss dazu.
- Gegrilltes Gemüse: die Säure der Gurkerl fängt das Fettige vom Grill ab.
- Radieschen: knackiger Kontrast zur cremigen Konsistenz, bei mir landen die Reste davon gern in meinem Radieschen-Dip.
- Zwiebel-Paprika-Senf: wer die Paprikanote im Liptauer mag, findet sie in meiner Zwiebel-Paprika-Senf-Sauce noch konzentrierter.
Aufbewahrung & Serviertipps
Im Kühlschrank hält sich der Liptauer gut abgedeckt etwa vier Tage, am zweiten Tag schmeckt er mir sogar noch etwas würziger.
Zum Einfrieren eignet er sich wegen des Topfens nicht so gut, die Konsistenz wird nach dem Auftauen körnig.
Aus Resten mache ich am nächsten Tag gern ein schnelles Sandwich mit Radieschen und Kresse.

Fazit
Liptauer ist bei mir längst kein reines Partyrezept mehr, ich mache ihn genauso oft für einen normalen Dienstagabend mit Brot und Radieschen. Am meisten überzeugt mich, dass er ohne Kochen auskommt und trotzdem nach viel mehr Aufwand schmeckt, als er tatsächlich macht. Beim nächsten Mal probiere ich eine Version mit etwas mehr Kümmel, ähnlich wie bei meiner Feta-Creme mit Paprika, wo die Würze noch kräftiger ist, weil meine Nachbarin schwört, das bringt noch mehr Tiefe.






