Mein Portwein-Zwiebel-Relish braucht knapp eine Stunde, ist aber fast nur Wartezeit am Herd. Rote Zwiebeln, Portwein und getrocknete Pflaumen kochen zusammen zu einer dunklen, sämigen Masse ein, die wochenlang im Kühlschrank hält.
Angefangen hat das Ganze letzten Herbst, als meine Nachbarin mir zum Geburtstag ein Glas ihres selbst gemachten Paprika-Tomaten-Chutneys vorbeigebracht hat. Seitdem habe ich nicht mehr aufgehört, mit Relish-Rezepten wie meinem Gurken-Relish zu experimentieren. An einem regnerischen Sonntagnachmittag, als die Kinder bei meinen Eltern waren, stand plötzlich eine ganze Küche voller angeschnittener Zwiebeln bei mir und ein Rest Portwein aus der Weihnachtszeit auf dem Tresen.
Der Duft, wenn Zwiebeln, Portwein und Pflaumen vor sich hin köcheln, zieht durch die ganze Wohnung und erinnert mich jedes Mal an den Weihnachtsmarkt. Ich habe zwei Gläser abgefüllt, eins für uns und eins zurück an die Nachbarin, quasi als Dankeschön. Mittlerweile mache ich das Relish regelmäßig auf Vorrat, weil es sich so gut verschenken lässt und im Kühlschrank ewig hält. Jetzt zeige ich dir, wie es bei mir in der Küche entsteht.
Table of Contents
Zutaten für Portwein-Zwiebel-Relish
Das brauche ich für zwei Gläser Portwein-Zwiebel-Relish, meistens habe ich sogar schon alles zu Hause. Statt getrockneter Pflaumen gehen auch getrocknete Feigen oder Aprikosen, falls gerade nichts anderes im Schrank steht.
- 2 Knoblauchzehen, halbiert
- 500 g rote Zwiebeln, geviertelt
- 40 g Olivenöl (mein Tipp: ein einfaches aus dem Supermarkt reicht hier völlig)
- 200 g roter Portwein
- 10 g Rotweinessig
- 100 g getrocknete Pflaumen, ohne Kern, geviertelt
- 10 g Honig
- 1 EL frische Thymianblättchen
- 1 TL Salz
- ½ TL frisch gemahlener Pfeffer
Aus meiner Erfahrung schmeckt das Relish mit getrockneten Feigen fast genauso gut wie mit Pflaumen, falls du gerade umsteigen möchtest.
Zubereitung Schritt für Schritt
Meine bewährte Methode: alles langsam im Topf einkochen lassen und nur gelegentlich umrühren, dann wird das Relish schön sämig statt zäh.
Schritt 1: Knoblauch fein hacken und die roten Zwiebeln in feine Streifen oder Würfel schneiden.
Schritt 2: Olivenöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch zugeben und etwa 10 Minuten glasig dünsten, dabei gelegentlich umrühren.
Schritt 3: Portwein, Essig, Pflaumen, Honig, Thymian, Salz und Pfeffer dazugeben und kurz aufkochen lassen. Anschließend bei kleiner Hitze offen etwa 20 Minuten einkochen, bis kaum noch Flüssigkeit im Topf steht und die Masse sämig wird. Ein typischer Fehler ist zu hohe Hitze, dann brennt das Relish leicht am Topfboden an, deshalb zwischendurch umrühren. In der Zwischenzeit zwei Schraubgläser (à ca. 200 ml) heiß ausspülen oder kurz im Backofen sterilisieren.
Schritt 4: Das heiße Relish mit einem Trichter bis kurz unter den Rand (ca. 5 mm) in die vorbereiteten Gläser füllen, den Rand sauber wischen und die Gläser sofort fest verschließen.

Portwein-Zwiebel-Relish
Zutaten
Kochutensilien
Method
- Knoblauch fein hacken und die roten Zwiebeln in feine Streifen oder Würfel schneiden.
- Olivenöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch zugeben und etwa 10 Minuten glasig dünsten, dabei gelegentlich umrühren.
- Portwein, Essig, Pflaumen, Honig, Thymian, Salz und Pfeffer dazugeben und kurz aufkochen lassen. Bei kleiner Hitze offen etwa 20 Minuten einkochen, bis kaum noch Flüssigkeit im Topf steht und die Masse sämig wird, dabei gelegentlich umrühren. In der Zwischenzeit zwei Schraubgläser (à ca. 200 ml) heiß ausspülen oder im Backofen sterilisieren.
- Das heiße Relish mit einem Trichter bis kurz unter den Rand (ca. 5 mm) in die vorbereiteten Gläser füllen, den Rand sauber wischen und die Gläser sofort fest verschließen.
Nährwerte
Notizen
Was passt zu Portwein-Zwiebel-Relish
Das Relish passt überall dort, wo es etwas Süße und Säure zum Ausgleich braucht.
Gegrilltes Fleisch: die Süße vom Portwein gleicht die Röstaromen vom Grill schön aus, vor allem wenn ich das Fleisch vorher in meiner Biermarinade zu Nackensteaks eingelegt habe.
Hartkäse: zu einem kräftigen Bergkäse oder altem Gouda wirkt das Relish wie ein kleines Chutney, ähnlich wie mein Kräuterquark auf der Käseplatte.
Burger: ein Löffel obendrauf ersetzt bei mir mittlerweile fast jede andere Soße, sogar meine scharfe Grillsauce.
Aufbewahrung & Serviertipps
Ungeöffnet hält sich das Relish nach meiner Erfahrung mindestens drei Monate kühl und dunkel gelagert, zum Beispiel im Keller oder hinten im Küchenschrank. Ist ein Glas einmal offen, bewahre ich es im Kühlschrank auf und brauche es innerhalb von zwei bis drei Wochen auf.
Am besten schmeckt es, wenn es ein bis zwei Wochen durchziehen kann, dann wird der Geschmack runder. Zum Servieren nehme ich einfach ein paar Löffel aus dem Glas, erwärmen muss man es nicht extra.
Statt Pflaumen gehen auch Feigen oder Aprikosen, und wer es weihnachtlicher mag, kocht noch eine Prise Zimt mit.

Fazit
Dieses Relish ist bei mir inzwischen der Griff, wenn ich schnell noch ein Gastgeschenk brauche, genau wie mein Kräuterpesto. Zwei Gläser reichen selten lange, meistens ist eins schon beim Nachbarn, bevor das zweite überhaupt im Kühlschrank steht. Am meisten mag ich, dass es aus ein paar Resten aus der Vorratskammer entsteht und trotzdem nach mehr aussieht, als es eigentlich ist.






