Selbstgemachter Ketchup schmeckt nach echten Tomaten, nicht nach Zuckersirup aus der Flasche. Mit Äpfeln, Paprika und einer Handvoll Gewürze steht er in 45 Minuten fertig auf dem Herd. Wer einmal probiert hat, wie er ohne künstliches Aroma schmeckt, stellt die gekaufte Flasche nicht mehr zurück ins Regal.
Bei mir kam die Idee dazu, weil meine Tochter im Supermarkt die Zutatenliste einer bekannten Ketchup-Marke laut vorgelesen hat und bei „modifizierte Stärke“ hängen geblieben ist. Sie wollte wissen, was das überhaupt ist.
Ich wusste es selbst nicht genau, und genau da hat sich bei mir die Frage festgesetzt, warum ich Ketchup eigentlich nie selbst gemacht habe. Am nächsten Wochenende stand ein Topf Äpfel und Paprika auf dem Herd, und meine Kinder haben abwechselnd am Kochlöffel genascht, bis die Gewürze noch gar nicht drin waren.
Mein Tipp: Currypulver und Cayennepfeffer erst zum Schluss abschmecken, Kinder mögen es oft milder, als man denkt. Seitdem kommt bei mir nur noch diese Version auf den Tisch, meine Familie liebt vor allem die leichte Süße durch die Äpfel.
Table of Contents
Zutaten für Selbstgemachten Ketchup
Das kommt bei mir in den Topf, alles Zutaten, die ich sowieso im Haus habe. Statt Äpfel geht auch Birne, statt Paprika notfalls etwas mehr Tomate.
- 100 g säuerliche Äpfel (entkernt, in Stücken)
- 150 g rote Zwiebeln (fein gewürfelt)
- 100 g roter Paprika (in Stücken)
- 20 g Olivenöl
- 20 g Apfelessig
- 50 g brauner Zucker
- 130 g Tomatenmark
- 400 g geschälte Tomaten aus der Dose (mit dicker Sauce)
- 1 TL Salz
- 2 TL Paprikapulver, edelsüß
- 1-2 TL Currypulver (nach Geschmack)
- 1-2 Msp. Cayennepfeffer (nach Geschmack)
- ¼ TL Nelken, gemahlen
- ¼ TL Piment, gemahlen
Ich nehme dafür immer säuerliche Äpfel wie Boskop oder Elstar, die bringen mehr Frische als süße Sorten. Bei den Dosentomaten lohnt sich die Variante mit dicker Sauce, dann wird der Ketchup von Anfang an schön sämig und die Kochzeit reicht locker aus.
Zubereitung Schritt für Schritt
Der Trick an diesem Rezept ist die Reihenfolge: erst das Gemüse andünsten, dann köcheln, ganz am Schluss pürieren. So bleibt der Geschmack konzentriert.
Schritt 1: Äpfel, Zwiebeln und Paprika fein würfeln oder kurz im Blitzhacker zerkleinern.
Schritt 2: Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, das Gemüse darin bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten andünsten, bis es weich und glasig wird.
Schritt 3: Essig, Zucker, Tomatenmark, Dosentomaten, Salz und alle Gewürze dazugeben, kurz aufkochen lassen. Dann zugedeckt bei kleiner Hitze 30 Minuten köcheln lassen, dabei alle paar Minuten umrühren, damit nichts am Topfboden ansetzt. Wird die Masse zu dick, einfach einen Schluck Wasser dazugeben. In dieser Zeit die Einmachgläser gründlich reinigen und sterilisieren.
Schritt 4: Mit einem Stabmixer fein pürieren, bis keine Stücke mehr zu sehen sind. Aus meiner Erfahrung lohnt sich hier etwas Geduld, eine Minute Pürieren macht den Unterschied zwischen stückigem Ketchup und der glatten Konsistenz aus der Flasche. Heiß mit einem Marmeladentrichter in die vorbereiteten Gläser füllen, Glasrand sauber wischen und sofort verschließen.

Selbstgemachter Ketchup
Zutaten
Kochutensilien
Method
- Äpfel, Zwiebeln und Paprika fein würfeln oder kurz im Blitzhacker zerkleinern.
- Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, das Gemüse darin bei mittlerer Hitze 5 Minuten andünsten, bis es weich und glasig wird.
- Essig, Zucker, Tomatenmark, Dosentomaten, Salz und alle Gewürze dazugeben, aufkochen lassen, dann zugedeckt bei kleiner Hitze 30 Minuten köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren. In dieser Zeit die Einmachgläser gründlich reinigen und sterilisieren.
- Mit einem Stabmixer fein pürieren. Heiß mit einem Marmeladentrichter in die vorbereiteten Gläser füllen, Glasrand sauber halten und sofort verschließen.
Nährwerte
Notizen
Was passt zu Selbstgemachtem Ketchup
Pommes: Der Klassiker, die Süße der Äpfel gleicht die Salzigkeit gut aus.
Currywurst: Durch Currypulver und Paprika im Rezept ist die Grundlage praktisch schon da, einfach etwas mehr Currypulver zum Servieren darüberstreuen.
Burger und Nuggets: Die fruchtige Note passt zu deftigem, gebratenem Fleisch besonders gut.
Ofenkartoffeln: Als Dip zu Kartoffelspalten kommt die würzige Schärfe gut zur Geltung.
Aufbewahrung & Serviertipps
Im Kühlschrank hält sich der Ketchup in sauber verschlossenen Gläsern etwa 3 bis 4 Wochen. Nach dem Öffnen zügig verbrauchen und immer mit einem sauberen Löffel entnehmen, das verhindert Schimmelbildung deutlich zuverlässiger als mit dem Messer aus dem Glas zu kratzen.
Meine bewährte Methode ist, ihn nach dem Pürieren nochmals kurz auf 90 bis 95 Grad zu erhitzen, dann bleibt er länger stabil. Kalt gewordener Ketchup lässt sich einfach nochmal kurz aufkochen, wenn er zu dickflüssig geworden ist.
Wer größere Mengen kocht, kann die doppelte Portion ansetzen und in mehreren kleinen Gläsern einfrieren. Aufgetaut schmeckt er fast wie frisch gekocht, nur die Konsistenz wird etwas dünner, ein kurzes Aufkochen nach dem Auftauen gleicht das meist wieder aus.

Fazit
Dieser Ketchup steht jetzt fest im Kühlschrank, meine Kinder fragen inzwischen von selbst danach, wenn die Flasche leer ist. Am meisten überrascht hat mich, wie wenig Aufwand hinter dem Ergebnis steckt, 15 Minuten Vorbereitung für ein Glas, das ich sonst im Supermarkt kaufen würde. Beim nächsten Mal probiere ich eine Version mit geräuchertem Paprikapulver.






